Die Norm EN 17997 beschreibt die Simulation von Varianzen in der Funktion, bis zum Ausfall von Teilen einer Bremsanlage, um zu bewerten, ob der Zug dennoch zum Halten kommt. Dazu werden im konfigurierten Bremssystem 10 Mrd. zufällige Brems-Szenarien berechnet.
NEXTRAIL entwickelt und validiert unter Einhaltung der in EN 50716 beschriebenen Prozesse und Vorgaben ein T3-Werkzeug zum Einsatz in einem Prozess mit SIL-Einstufung > 0.
Vor Eintritt in die Software-Entwicklung wird aus der Norm EN 17997 eine Anforderungsspezifikation für die Software-Entwicklung abgeleitet. Die Norm definiert dabei auch geeignete Testverfahren, um die Korrektheit der Anwendung zu testen. Diese werden in den Testplan aufgenommen.
Eine Software-Architektur wird entworfen, um sicherzustellen, dass trotz der erheblichen Anzahl an Simulationsläufen die Laufzeit der Software unter 20 Minuten bleibt.
Die Implementierung erfolgt iterativ anhand der gestellten Software-Anforderungen.
Die Komponententests werden automatisiert durchgeführt und in jeder Iteration zusammen mit der Software weiterentwickelt.
Die Tests zur Software-Verifikation werden mit den in der EN 17997 definierten Verfahren auf einer Cloud-Umgebung vollautomatisch durchgeführt. Um sicherzustellen, dass die Umgebung im späteren Einsatz identisch mit der im Test verwendeten ist, werden die Ausführungsumgebung durch Programmcode erstellt (Infrastructure as Code, IaC), die Anwendung automatisch gestartet und die Ergebnisse ebenfalls automatisch gesichert.
Durch die Verwendung von IaC kann in der darauffolgenden Validierungsphase sichergestellt werden, dass die Software in einem definierten Umfeld und unter definierten Ausgangsbedingungen gestartet wird - unter genau den gleichen Randbedingungen wie später im produktiven Einsatz.
Die Werkzeugqualifikation (in Form einer Toolvalidierung) wird durch NEXTRAIL Österreich begleitet.
Das Werkzeug wird in Zusammenarbeit mit einem europäischen Fahrzeughersteller erstmals im Halbjahr 2/2025 produktiv eingesetzt.