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Autopilot für Stellwerke

DB InfraGO AG

Berlin, Juni 2024 - laufend
ETCS-CBTC

Steuernder Durchgriff: Zug gegen Infrastruktur prüfen & Fahrplanänderungen automatisiert übertragen.

Die Kommunikation zwischen Fahrdienstleiter (Fdl) und Disponent des Eisenbahninfrastrukturunternehmens ist gegenwärtig durch einen hohen manuellen Anteil und viele Medienbrüche geprägt. Insbesondere die Übernahme von Daten aus Fahrplänen in die Daten für die automatische Steuerung durch die Zuglenkung erfolgt manuell durch den Fahrdienstleiter, was bei Störungen oder kurzfristigen Änderungen zu erhöhter Arbeitsbelastung, Ressourcenengpässen und Verzögerungen im Betriebsablauf führt. Zur Schließung der Lücke zwischen Fahrplan und den dafür auszuführenden Stellanstößen im Stellwerk sollen im Projekt „Autopilot für Stellwerke“ die erforderlichen Funktionen entwickelt und pilotiert werden. Somit befindet sich der Autopilot für Stellwerke zwischen dem Dispositionssystem LeiDis-D und als abnehmendes System das integrierte Leit- und Bediensystem (iLBS).
 
Am automatisierten Empfang, der Verarbeitung und Weiterleitung von Dispositionsentscheidungen in Form von neuen Lenkplänen sind weitere Teilsysteme des iLBS beteiligt. Die zentrale Lenkplanverwaltung ermöglicht heute bereits die Eingabe und anschließende Verteilung von Lenkplänen an mehrere, lokale Zuglenkungen. Auf Grundlage der in den Lenkplänen festgehaltenen Daten wie Abfahrtszeit und Laufweg sowie abhängig von der Prüfung verschiedener Vorbedingungen gibt die Zuglenkung automatisiert die Stellanstöße an das Stellwerk. Eine Prämisse bei der Entwicklung im Projekt „Autopilot für Stellwerke“ ist, die bestehenden Systeme der Zuglenkung zu nutzen, um auch den Einsatz bei hochgerüsteten bestehenden elektronischen Stellwerken zu ermöglichen.
 
Die bestehende manuelle Schnittstelle soll mithilfe des Projekts „Autopilot für Stellwerke“ automatisiert werden. Kernstück der Lösungsskizze ist die Schaffung von zwei neuen Systemen „Lenkplangenerator“ und „Lenkplanvalidierer“. Während der Lenkplangenerator die Fahrplaninformationen aus den Dispositionssystemen in das Lenkplanformat transformiert, überprüft der Lenkplanvalidierer die erzeugten Lenkpläne auf Umsetzbarkeit und übergibt sie der Steuertechnik, bestehend aus iLBS.

Leistungsschwerpunkte

  •  Risikomanagementverfahren nach EN 5012x und CSM-RA

  • Erstellen eines Zulassungskonzeptes, -plan

  • Erstellen von System Definitionen

  • System- und Requirement-Engineering

  • Softwarearchitekturentwicklung

  • Analyse der Anforderungen an Infrastruktur- und Fahrzeugdaten

  • Definition der zugehörigen Datenprozesse und -quellen

Besonderheiten

Die neuartige Realisierung eines steuernden Durchgriffs: Zugeigenschaften gegen Infrastruktur prüfen und Fahrplanänderungen automatisch in die Lenkplanverwaltung übertragen, erfordert nicht nur einen neuen Prozess zur Erstellung eines Lenkplans, sondern vor allem einen angepassten Validierungsprozess zur sicherheitskritischen Prüfung.

Ansprechpartner

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Experte Dr.-Ing. Albrecht Achilles

Dr.-Ing. Albrecht Achilles

Mitglied der Geschäftsleitung, Fachbereichsleiter ATO/TMS
Berlin
Dr.-Ing. Albrecht Achilles ist Mitglied der Geschäftsleitung und Fachbereichsleiter für ATO/TMS bei der NEXTRAIL GmbH. Seine breite Fachexpertise basiert auf langjähriger Erfahrung als technischer Berater für Leit- und Sicherungstechnik, sowohl auf Betreiber- wie auch auf Herstellerseite. Der Kompetenzschwerpunkt von Dr.-Ing. Albrecht Achilles liegt im Technologiebereich von European Train Control System (ETCS), Automatic Train Operation (ATO), Traffic Management System (TMS) sowie Signalling Controlled Warning System (SCWS).