"Safety- und Zulassungsmanagement greifen ineinander und müssen pragmatisch angewandt werden."

Dr.-Ing. Sonja-Lara Bepperling

Dr.-Ing. Sonja-Lara Bepperling

Mitglied der Geschäftsleitung, Fachbereichsleiterin Railway Safety, Prüfsachverständige Gleiche Sicherheit, Risikoabschätzung

  • Langjährige Erfahrung in der Erstellung von Systemgutachten und Sicherheitsbewertungsberichten
  • Höchste Expertise bei der Risikoanalyse für die Bereiche ETCS und ESTW
  • Tiefe Kenntnis in den Bereichen Safety- und Zulassungsmanagement
Kontakt Dr.-Ing. Sonja-Lara Bepperling im Office Frankfurt am Main

Dr.-Ing. Sonja-Lara Bepperling ist Mitglied der Geschäftsleitung und Fachbereichsleiterin Railway Safety bei der NEXTRAIL GmbH. Seit 15 Jahren ist sie ausgewiesene Expertin für betriebliche und technische Risikoanalysen im Eisenbahnbereich, insbesondere für Leit- und Sicherungstechnik. Sie verfügt über methodisches Know-how zu Risiko- und Gefährdungsanalysen sowie tiefe Kenntnisse zu den Abläufen in den Zulassungsprozessen. Ihre Expertise stützt sich auf ihren hohen Erfahrungsschatz sowohl auf Seiten von Betreibern, Herstellern als auch Gutachtern, unter anderem beim AsBo, als Systemgutachterin der DB Netz AG, sowie als Projektleiterin im Geschäftsbereich Sicherheit bei der Ernst Basler + Partner AG. In der Branche hat sie sich als Autorin der Risikoanalyse ETCS L2 und der Risikoanalyse ESTW-NeuPro bereits vor Jahren einen Namen gemacht.

 

Dr.-Ing. Sonja-Lara Bepperling besitzt den Diplom-Ingenieur (Bauingenieurwesen) der Technischen Universität Braunschweig und den Master of Science Transportation and Highway Engineering der University of Rhode Island. In ihrer Dissertation aus dem Jahre 2009 an der TU Braunschweig beschreibt sie die Weiterentwicklung und Validierung einer semi-quantitativen Methode zur Risikoanalyse (BP-Risk), für das die allgemein gehaltenen Vorgaben der europäischen Normen (50126) und der europäischen Gesetzgebung (CSM-RA Verordnung) produktspezifisch angepasst wurden. Sie war Dozentin an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und übernahm in dieser Tätigkeit auch das Coaching von Doktoranden.

 

Seit 2022 ist Dr.-Ing. Sonja-Lara Bepperling anerkannte Prüfsachverständige für den Nachweis mindestens gleicher Sicherheit (PSV-GS) und für explizite Risikoabschätzungen (PSV-RA) bei nicht signifikanten Änderungen gemäß der Verordnung über Prüfsachverständige im Eisenbahnbereich für das Fachgebiet der STE-Anlagen. Sie ist außerdem Eisenbahn-Betriebsbeamtin nach EBO für Leitende und Aufsichtsführende.

 

Seit Jahren gibt Dr.-Ing. Sonja-Lara Bepperling Schulungen für CSM-RA Bewertungen und Risikoanalysen. Außerdem ist sie Mitglied im DKE Arbeitskreis zu „semi-quantitativen“ Methoden für die Risikoanalysen technischer Funktionen in der Eisenbahnsignaltechnik VDE V 0831.

Persönliche Projektreferenzen von Dr.-Ing. Sonja-Lara Bepperling

Verkehrsprojekt Deutsche Einheit 8.1, DB Netz AG. Sicherheitsbewertungsberichte für die VDE 8.1 in Deutschlands größtem Bahnprojekt
Gotthard Basistunnel. Sachverständigen Prüfung (SIOP) für den Alp Transit Gotthard
CSM-RA für das BTSF Lastenheft. Erstmalige Anwendung der CSM-RA für das ETCS-Lastenheft Strecke (BTSF)
Risikoanalyse ESTW-NeuPro, DB Netz AG. Die weltweit erste Risikoanalyse für modulare Stellwerkstechnik
ETCS Digitale S-Bahn, S-Bahn Hamburg. Weltweit erste Implementierung von ATO over ETCS mit GoA2
ECSM-Analyse ETCS, CFL Luxembourg. Common Safety Method (CSM) Risikoanalyse für ETCS Level 1 Full Supervision Stellwerk
Das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8, Aus- und Neubau der Strecke Nürnberg-Berlin, ermöglicht seit 2017 die Zugfahrt mit bis zu 300 km pro Stunde von Berlin nach München in nur vier Stunden. ETCS Level 2 sorgt dabei mit modernster Zugbeeinflussungstechnik ohne ortsfeste Signale für eine maximale Durchlässigkeit an Zügen bei gleichzeitiger, sicherer Betriebsführung. Für den Abschnitt VDE 8.1 (Ebensfeld-Erfurt) wurden Sicherheitsbewertungsberichte erstmalig gemäß CSM-RA Verordnung für Oberbau und Infrastrukturbauten in diesem großen Umfang erstellt.
Im Juni 2016 ist der Gotthard Basistunnel feierlich eröffnet worden. Als längster Eisenbahntunnel der Welt ist er ein Meisterwerk der Ingenieurskunst. Er durchquert die zentralen Schweizer Alpen in Nord-Süd-Richtung und führt vom Nordportal bei Erstfeld zum Südportal bei Bodio im Tessin. Der Basistunnel ist 57 km lang und besteht aus zwei parallel verlaufenden Einspurröhren, die durch Querschläge miteinander verbunden sind. Im Rahmen der sicherheitsorientierten Prüfung (SIOP) wurden erstmals RAMS-Dokumente für elektromechanische Anlagen nach EN 50126 begutachtet.
NEXTRAIL begleitet die Fortschreibung des ETCS Level 2 Lastenheftes (BTSF). In diesem Rahmen wurden für eine große Bandbreite von Änderungsanforderungen (Change request) Risikobewertungen gemäß CSM-RA durchgeführt. Bewertet wurden sowohl Sicherheitsrelevanz als auch Signifikanz der einzelnen Change request (CR). Für signifikante Änderungen wird dabei das vollständige Risikomanagementverfahren gemäß CSM-RA angewendet und dokumentiert und führt erstmalig verschiedene Zulassungsverfahren (z. B. VV-NTZ und CSM-RA) zur Erstellung und Bewertung von Lastenheften zusammen. NEXTRAIL begleitet die Lastenheftentwicklung auch weiterhin und ist im Bereich Safety Management, Validierung, Verifizierung und EuE-Erstellung tätig.
Inzwischen in der europäischen Organisation EULYNX fortgeführt, war die Neuausrichtung der Produktionssteuerung (NeuPro) der DB Netz AG wegweisend bei der Vereinheitlichung von Schnittstellen Elektronischer Stellwerke. Mit dem Ziel genormte Industriestandards für die neue modulare Stellwerkstechnik der digitalen Schiene bereitzustellen. Für das ESTW-NeuPro wurde 2015 bis 2016 eine umfassende Risikoanalyse nach EN 50126 durchgeführt, inklusive einer RAM-Analyse. So wurden erstmalig auf Betreiberseite nachvollziehbare und transparente Anforderungen für die Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Instandhaltbarkeit für elektronische Stellwerke definiert. Zum Einsatz kam hier erstmals die Vornorm VDE 0831-103 zur Ableitung der Sicherheitsanforderungen.
Für das weltweit erste Pilotprojekt von ATO over ETCS-Level 2 mit GoA2 im Realbetrieb stellte NEXTRAIL die Safety- und Zulassungsmanagerin für den Bereich Infrastruktur. Im Rahmen dieses Projektes wurde das System ATO over ETCS mit GoA2 erstmals zugelassen, sicherheitstechnisch bewertet und erfolgreich in Betrieb genommen. Gleichzeitig stellt dies die nationale Premiere für die Anwendung der Verordnung über die Erteilung von Inbetriebnahme-Genehmigungen für das Eisenbahnsystem (EIGV) und die Erprobung der Sektorleitlinie für die Zulassungsbewertung von Signal-, Telekommunikations- und Elektrotechnischen Anlagen dar.
Die Société nationale des chemins de fer luxembourgeois (CFL) plante 2018 die Errichtung neuer elektronischer Stellwerke (ESTW) in Kombination mit ETCS L1 FS und neuartigen streckenseitigen Lichtsignalen mit zwei Lichtpunkten. Die Maßnahme umfasst den Ersatz von 11 existierenden Stellwerken und wird sowohl im Funktionsumfang als auch geographisch in zeitlich versetzten Teilschritten realisiert. Im Rahmen des Projektes führt NEXTRAIL das Risikomanagement für das Gesamtprojekt gemäß CSM-RA stellvertretend für die CFL durch. Die Analyse umfasste dabei folgenden Leistungsumfang: Erarbeitung und Erstellung der CSM Dokumentation, die Kommunikation zum AsBo in Vertretung für die CFL sowie das Projektmanagement und die Abstimmung mit der Société nationale des chemins de fer luxembourgeois.

Schwerpunkt in den Leistungsbereichen