AutomatedTrain: Safety-Architektur für Onboard Plattform

DB InfraGo AG

Berlin, August 2025 - Januar 2026
ATO Fahrzeuge Software

Leistungsfähige, umsetzbare und zulassungsfähige Plattform-Architektur gemäß CENELEC-Normen

Im Forschungs- und Entwicklungsprojekt AutomatedTrain erprobt die DB InfraGO AG mit acht weiteren Partnern die vollautomatisierte, fahrerlose Bereitstellungs- und Abstellungsfahrt sowie das automatisierte Auf- und Abrüsten von Zügen. Als Grundlage hierfür ist eine sichere Umfelderkennung durch Sensorfusion erforderlich. Die Erkennung muss die Anforderungen des Sicherheitsintegritätslevels SIL 1 bzw. SIL 2 erfüllen. Dafür bilden die CENELEC-Normen, insbesondere EN 50126-1/2, EN 50129 und EN 50716, den regulatorischen Rahmen.

 

Die Kernaufgabe war die Erstellung einer System- und Software-Safety-Architektur für eine Safe Onboard HPC-Plattform. Diese Architektur musste die Vorgaben für SIL-2-Systeme, Cybersecurity gemäß EN 50159 sowie High-Performance-Anforderungen erfüllen.

 

Die zentrale Herausforderung war die Auflösung von Zielkonflikten zwischen Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Flexibilität. Dies umfasste die Abwägung zwischen:

  • Safety/Cybersecurity vs. COTS: Sicherheitsanforderungen versus Einsatz von Standardkomponenten (COTS)
  • Safety vs. High-Performance: Sicherheitsintegrität auf nicht-sicherer Hochleistungs-Hardware gewährleisten
  • Safety vs. Dynamische Konfiguration: Sicherheit bei dynamisch ladbaren Applikationen sicherstellen

 

Zur Bewältigung der Aufgabenstellung wurde strukturiert nach den folgenden Schritten vorgegangen:

  • Systematischer Abgleich: Kontinuierlicher Abgleich der Architektur mit der Gesamtsystem-Ebene
  • Gemischtes Vorgehen: Kombination aus Top-Down- und Bottom-Up-Ansatz.
  • Nachverfolgbarkeit: Konsequente Nachverfolgbarkeit von Anforderungen zur Architektur
  • Kommunikation: Kontinuierlicher Austausch mit Projektpartnern und Stakeholdern
  • Best-Practices: Berücksichtigung von Erkenntnissen aus vergleichbaren Projekten (z.B. im ERJU-Umfeld).

 

Das Ergebnis ist eine umsetzbare und zulassungsfähige System- und Software-Safety-Architektur für die Plattform. Sie ist konform zu den relevanten CENELEC-Normen und bildet die Grundlage für automatisierte Fahrfunktionen.

Leistungsschwerpunkte

  • System-/Software-Safety-Architektur nach EN 50129 und EN 50716

  • Berücksichtigung von EN 50159 (Cybersecurity)

  • Berücksichtigung von Zulassungsfähigkeit

  • Fachlich-technische Koordination bezüglich Safety-Architektur

Besonderheiten

Im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsprojekts AutomatedTrain wurde eine Safety-Architektur (System und Software) für eine Onboard-Plattform entwickelt, die den normativen Vorgaben zur funktionalen Sicherheit bei Bahnanwendungen auf Fahrzeugen genügt, es ermöglicht, weitestgehend Standard-Komponenten (COTS) sowohl bei Hardware als auch Teilen der Software einzusetzen, und die Leistungsfähigkeit für rechenintensive Aufgaben (Umfelderkennung, Sensorfusion) bereitstellt.

Ansprechpartner

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Thomas Strauß

Mitglied der Geschäftsleitung, Fachbereichsleiter Software Engineering
Frankfurt am Main
Thomas Strauß ist Mitglied der Geschäftsleitung und Fachbereichsleiter Software Engineering bei der NEXTRAIL GmbH. Er ist seit Jahrzehnten als Software Solution Architect in leitender Position tätig und zeichnet sich durch seine hohe Expertise im Bereich unternehmenskritischer, verteilter, hoch performanter und rund um die Uhr verfügbarer Systeme aus. Nach Engagements für namhafte europäische Unternehmen (Manufacturing, Automotive) hat er im Bereich Rail seinen Schwerpunkt gesetzt.